Tipps zu Steuern und Solaranlagen

Veröffentlicht in: Allgemein | 0

Solaranlagen und Steuern

Das müssen Sie darüber wissen

Inhalt

Steuern sparen mit Solaranlagen

Sie haben sich für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage entschieden, sind sich aber noch unsicher, ob Sie noch zusätzlich für einen Speicher Geld in die Hand nehmen wollen? 
Hier unser erster Tipp: Wenn Ihnen der Gedanke im Kopf herumschwirrt, sich anschließend immer noch dafür entscheiden zu können, hier unsere Empfehlung: Natürlich können Sie Ihre Solaranlage auch im Nachhinein mit einem Stromspeicher aufrüsten, jedoch wird die Vorsteuer in diesem Fall nicht vom Finanzamt erstattet. Kaufen Sie jedoch den Speicher gleich mit, zählt dieser zur Anlage dazu und kann beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden.

Vorsteuer, Umsatzsteuer und Einkommensteuer

Bei der Versteuerung der Solaranlage und dem produzierten Solarstrom wird es ein wenig komplex. Vorab zur Info: die Nutzung einer Photovoltaikanlage muss in der Regel als unternehmerische Tätigkeit angemeldet werden. Warum? Sie erzeugen Strom, welcher meist vergütet und mit dem ein Gewinn erzielt wird, deswegen muss diese unternehmerische Tätigkeit beim Finanzamt bekannt sein. Auch möglich, jedoch sehr selten, ist eine Nulleinspeisung, bei welcher keine unternehmerische Tätigkeit vorausgesetzt wird, da kein Strom in das Netz des Energieversorgers eingespeist und verkauft wird. Es besteht keine Absicht zur Gewinnerzielung und daher ist keine Anmeldung nötig.
Andere PV-Anlagen werden vom Finanzamt beurteilt. Dort wird entschieden, ob eine Absicht zur Gewinnerzielung besteht, oder ob es sich um sog. „Liebhaberei“ handelt. Einen Nachweis, dass es sich nicht um eine Gewinnerzielungsabsicht handelt, kann man mit einer Wirtschaftlichkeitsprognose über den Abschreibungszeitraum erbringen. Investitionskosten, Kreditraten, Betriebs- sowie Wartungskosten und Versicherungsbeiträge werden als Ausgaben angegeben, die Einspeisevergütung und der Eigenverbrauch (Selbstkosten) sind als Einnahmen zu zählen.
Die Einkommensteuer ist in diesem Fall die Ertragssteuer, welche aus Ihrer selbstständigen Tätigkeit resultiert, den Strom zu erzeugen und an den Energieversorger zu verkaufen. Auf den erwirtschafteten Gewinn muss Einkommensteuer gezahlt werden. Dieses kann über eine Einnahme-Überschuss-Rechnung dem Finanzamt einmal jährlich mitgeteilt werden. Hierbei sind die Einnahmen und die Ausgaben, wie oben beschrieben aufzuführen und zu verrechnen.
Bei dem Betrieb einer Photovoltaikanlage unter 10 kWp – vorausgesetzt, sie befindet sich auf dem Gebäude, in dem Sie wohnen und der Strom wird privat genutzt – steht es Ihnen seit Juni 2021 frei, sich gegen eine Veranlagung der Einkommensteuer zu entscheiden. Hierzu ist ein Antrag bei dem zuständigen Finanzamt auf Befreiung der Einkommensteuer zu stellen. Auch wenn keine Einkommensteuerpflicht mehr besteht, kann die Nutzung der Regelbesteuerung sehr vorteilhaft sein, da die Erstattung des Umsatzsteuerbetrages höher ist als die Summe der gezahlten Abschläge.

Zwei Möglichkeiten, an die Sache heranzugehen

Regelbesteuerung mit Umsatzsteuer

Bei der Regelbesteuerung kann die Umsatzsteuer für den Kauf einer Photovoltaikanlage als Vorsteuer durch das Einreichen der Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Das Finanzamt zahlt dann den Umsatzsteuerbetrag in voller Höhe an Sie zeitversetzt zurück. Auch gilt dieses für weitere Leistungen, wie Wartung oder Reinigung Ihrer PV-Anlage.
Im Gegenzug müssen Sie in der ersten Zeit Umsatzsteuervoranmeldungen an das Finanzamt übermitteln. Hier geben Sie für den Zeitraum z.B. eines Quartals an, wie viel Umsatzsteuer Sie gezahlt und erhalten haben. Weiter müssen Sie auf den selbst verbrauchten Strom Umsatzsteuer abführen.  Einmal jährlich muss dann neben der Einkommensteuererklärung auch die Umsatzsteuererklärung abgeben werden beim Finanzamt.
Diese Umsatzsteuerpflicht können Sie dann nach 5 Jahren überdenken und danach einen Wechsel zur Kleinunternehmerregelung durchführen.

Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG

Liegen Sie mit Ihrem Umsatz aus selbstständiger Tätigkeit unter dem Freibetrag von 22.000 Euro, so haben Sie die Möglichkeit die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Diese im Paragraph 19 des UstG verankerte Regelung erlaubt Ihnen den Verzicht auf das Abführen der Umsatzsteuer an das Finanzamt.
Andersherum dürfen Sie sich in diesem Zuge keine Vorsteuerbeträge vom Finanzamt zurückholen. Oft lohnt es sich jedoch, auf diese Regelung zu verzichten. Denn mit dem Verzicht müssen Sie zwar Ihre Umsatzsteuer abführen, jedoch erhalten Sie die Vorsteuerbeträge für die Anschaffung der Anlage sowie für Reparatur- und Wartungskosten zurück.

Wie schreibe ich die Photovoltaikanlage ab?

Für eine Photovoltaikanlage gilt für gewöhnlich eine Nutzungsdauer von 20 Jahren für eine Abschreibung. Damit setzen Sie jährlich 5 % der Anschaffungskosten bei einer linearen Abschreibung als Betriebsausgaben an – berechnet werden die Abschreibungsbeträge jedoch monatlich. Ohne Kleinunternehmerregelung berechnen Sie die Abschreibung des Bruttobetrags, ohne Kleinunternehmung berechnen Sie die Abschreibung des Nettobetrags.